Kawu in January 1887

The earliest description of Kawu (Akpafu) I have found so far is quite special in that it was written by an African in an African language. A German translation of it appeared in 1889 and can be found below. The original is a report of a travel made in early 1887 by David Asante. David Asante1 (1834-1892) was the son of a christianized chief in Akropong, and one of the first Africans to be trained in Basel. Together with a few unnamed white missionaries, Asante travelled throughout what is today the central Volta Region of Ghana, visiting Nkonya, Boem, Akpafu, and Santrokofi (amongst other places). He wrote down his experiences in Twi and sent the report to Basel, where it was subsequently translated into German by J.G. Christaller, one of the founding fathers of West African linguistics.2 The translation was published in 1889 in the transactions of the Geographische Gesellschaft für Thüringen zu Jena.

Kawu

Akpafu-Todzi in the late nineteenth century (the picture is from a later date than David Asante’s expedition)
Source: Staatsarchiv Bremen #7.1025-0077

According to the account itself, this was the first time that Europeans set foot in Kawu. I hope to be able to provide a full English translation later, but here are a few nice excerpts to start with:

We arrived in Akpafu somewhere around nine; the town is big, its main street wide. When we arrived, all of the townspeople flocked together to see us — even the smiths stopped their work — because there had never been a European there before. Had it depended just on them, we would have stayed for several days. They first led us to a place where we could refresh ourselves; from there we went to salute the king, an old, powerfully built man.3 (…) Their giant king was very amiable and wanted us to stay for several days; however, our schedule did not permit us to do so.
(…)
Of the people of Boem, these are the brightest. (…) Because of their ironwork, everything is well-organized; for people from all places come here to buy iron tools. (…) The diligence of these people, their hospitality, and their tranquil behaviour pleased us so much that we really came to love them.
David Asante, 1889.

Apafo, January 25, 1887

Als wir am Morgen [25. Jan.] weiterreisten, gab uns der Hauptling des Ortes einen Führer bis Apafo. Von Tɛtɛman hatten wir eigentlich über Beyika nach Lolobi gehen sollen; aber wir hörten hier, jener Weg sei versperrt und werde nicht mehr begangen, aber der über Apafo sei gut und kurz, auch sei jene böse Krankheit nicht in Apafo selbst, sondern in Adome sei sie gewesen und langst erloschen.

Wir freuten uns sehr, nach Apafo, das wegen seiner Eisenschmelzen und Schmieden berühmt ist, zu kommen. Auf dem ganzen Weg, den wir gingen, sahen wir die Kohlen, mit denen sie das Eisen schmelzen. Sie zerspalten grünes Holz, graben ein Loch in die Erde, schichten das Holz darin auf, bedecken es gut mit Laub und Erde und lassen nur ein Loch, wo sie das Holz anzünden; erst nach acht Tagen löschen sie das Feuer und nehmen die Kohlen herans. Als wir den Berg bis auf die Ebene desselben erstiegen hatten, sahen wir bald den Ort, wo sie das Eisen schmelzen, ein wenig vom Dorfe entfernt. Ihren Ofen bauen sie wie einen Reispfeiler [worin Reis aufbewahrt wird], nur machen sie die Wände viel stärker als für den Reis, etwa 5 Fuß hoch, und oben offen; unten ist ein Loch, durch das sie die Kohlen hineinthun, dann wird das ausgegrabene Eisenerz auf die Kohlen geschüttet; sind diese angezundet, so wird das Loch mit Lehm zugemacht bis auf eine kleine Offnung, durchwelche die Luft Zutritt hat; auch werden am Ofen 5 oder 6 kleine Löcher gemacht, damit das Feuer Zug hat und nicht verlöscht. Ist alles gehörig in der Glut, so sieht man die Schlacken geschmolzen zu einem unten gemachten Loch langsam herausfließen, aber das gute Eisen bleibt im Ofen zurück; erst nach 24 Stunden vom Anzünden des Ofens an nimmt man es heraus. In dem so entleerten Ofen bleibt aber die Hitze noch lange; irgend welche Speise, die man hinein thut, läßt sich darin gar kochen. Ein tiefer, etwas steiler Abgrund ist neben einer der Schmelzen; wenn man einen Stein hinunterrollen läßt, so hört man ihn 5 bis 7 Minuten fortrollen, und er ist noch nicht unten angelangt. Kinder, die dort zu thun haben, vergnügen sich damit.

Wir kamen nach Apafo, etwa um 9 Uhr; die Stadt ist groß, ihre Hauptstraße breit; als wir ankamen, strömte die ganze Einwohnerschaft zusammen, um uns zu sehen, sogar die Schmiede hörten auf zu schmieden und kamen auch herbei, weil eben noch kein Europäer jemals hierher gekommen war. Wäre es auf sie allein angekommen, so hätten wir hier mehrere Tage bleiben müssen. Sie führten uns einstweilen in ein Gehöfte, wo wir abstellen konnten; von da gingen wir, den König, einen alten, kräftigen Mann, zu begrüßen. Sie führten uns in ihre Schmieden und zeigten uns alles, was sie dort machen. Ihr Amboß ist nicht von Eisen, sondern ein großer Quarzstein, welcher im Boden befestigt und dessen obere Seite geglättet ist. Wenn sie schmieden, bleiben sie nicht auf einem Platz stehen, sondern gehen gehen um den Amboß herum. Sie machen auch ihre Werkzeuge, wie Hammer, Zange, Meißel U. s. W. selbst; ihre Hammer sind nicht wie die der Europäer, sondern auch der Griff ist wie der Teil, womit man schlägt, vond Eisen, kurz und ringsum glatt; die einen sind groß, andere klein. Ihr Blasebalg ist wie einer aus der alten Zeit; man faßt ihn mit beiden Handen und bearbeitet ihn wie eine Trommel; deshalb thut dies auch nicht ein einzelner Mann, sondern 3-5 Personen thun es abwechslungsweise.

Alle Werkzeuge, die sie schmieden, werden auf einerlei Art gemacht; ein langes gekrümmtes Eisen wird zu Buschmesser, Haue und Stoßeisen zumal. [Nicht ganz deutlich!] Ihre Hauen sind verschieden von den unsern, indem sie rund sind ; andere sind wie unsere hiesigen [flach mit 2 Ecken], und nur die Schneide ist gerundet. Hernach zeigten sie uns auch, wo sie das Eisen graben; es ist auf demselben Berg, wo ihre Stadt liegt; die Erzgruben sind den Goldgruben in Akem ähnlich; sie graben in die Tiefe und machen unten Seitengänge, daß man von einem Schacht in den andern kommen kann. Einzelne Leute hier verstehen Tschi; einen derselben, der früher in Cape Coast gewesen war, ließen wir unsere Predigt übersetzen. Ihr riesengroßer König war sehr gütig gegen uns und wünschte, daß wir mehrere Tage bleiben sollten; aber unsere Zeit erlaubte es uns nicht. Wir unterhielten uns mit ihm über Gottes Wort, und er sagte, wenn wir jemand in seine Stadt setzen würden, so hätte er es sehr gerne.

Unter den Boe-Leuten sind die hiesigen die aufgewecktesten [wörtl. Boe-Leute, deren Augen geöffnet sind ein wenig, (das) sind die Hierleute]. Daß die Kinder nackend gehen, ist eben Sitte geworden, auch hier. Um ihrer Eisenarbeit willen befinden sie sich in ordentlichen Verhältnissen, denn von allerwärts kommt man hierher, um Eisengeräte zu kaufen. Alle Hauser hier sind nicht mit Gras gedeckt, sondern haben flache Lehmdächer; sie heißen dieselben nicht adán [gewöhnliche Negerhäuser], sondern abán [Häuser wie die Forts und Steinhauser]. Die Boemer, welche in solchen Hausern wohnen, sind die Orte : Borada, Apafo (Akpafo), Tɛtɛman, Beyika, Lolobi, Santrokofi. Die Orte, in welchen in Eisen gearbeitet wird, sind: Apafo, Santrokofi und Lolobi. Der Apafo-Orte sind es zwei: Apafo-gã (das große), welches auf dem Berge liegt, und Apafo-Dome, welches auf der Ebene liegt. Lolobi besteht aus zwei Orten; Santrokofi hat 3 Orte, jedes nicht fünf Minuten von dem andern entfernt.

Wegen der Eisenarbeit, die hier betrieben wird, giebt es viele Schmiedewerkstatten in der Stadt; wenn man ihren Eifer im Schmieden und Eisenschmelzen sieht, muß man sich wundern. Die Leute sind alle kohlschwarz. Einer der Schmiede zeigte uns ein Wunderstückchen: nachdem er seine Hände in dem Bodenstaub seiner Schmiede gerieben hatte, nahm er ein glühendes Eisen aus dem Feuer und streifte mit seinen Händen darüber hin, daß die Funken sprühten, aber seinen Händen that es nichts.

Der Fleiß dieser Leute, ihre Gastfreundlichkeit und ihr ruhiges Benehmen gefiel uns sehr, so daß wir sie recht lieb gewannen. Wenn uns die Zeit nicht gemangelt hatte, so wären wir gerne nach ihrem Wunsch einen Tag länger bei ihnen geblieben. Als wir uns verabschiedeten, sagte uns der König, wir sollten bald wiederkommen und ihnen Flinten zu kaufen mitbringen, denn ihre Flinten seien alle schadhaft. Wir sagten ihm, daß wir Prediger des Evangeliums seien und keine solche Geschäfte machen. Er gab uns einen Führer, der uns denselben Tag abends nach Santrokofi brachte.

(…)

References

  1. Asante, David (trans. J. G. Christaller). 1889. Eine Reise in den Hinterländern von Togo, beschrieben von einem christlichten Neger und aus der Asante-Sprache übersetzt von J. G. Christaller. Geographische Gesellschaft für Thüringen zu Jena 7/8: 106-133.

Footnotes

  1. David Asante in 1989

    David Asante and some fellow missionaries in 1889
    (BMPIX D-30.20.001)

  2. Christaller prefixed the following note to his translation: Er hat seinen Bericht in der Asante- oder Tschi- Sprache abgefaßt, an die Missionsleitung in Basel eingesandt (wo er natürlich übersetzt werden mußte), und derselbe wurde dann in einer Zeitschrift für die Eingeborenen (Christian Messenger for the Gold Coast, 1888, in 6 Nummern) abgedruckt. Wir lernen also aus dem Bericht die Auffassungs-, Anschauungs- und Darstellungsweise eines Negers kennen, welche der Ubersetzer möglichst treu in Deutsch wiederzugeben suchte. Wenn daher die Beschreibung bald zu umständlich, bald zu dürftig, oder der sprachliche Ausdruck fremdartig und ungewohnt erfunden werden sollte, so erinnere man sich, daß das Ganze von einem Neger verfasst und im Grunde auch für Neger, die Landsleute des Verfassers, bestimmt ist. Aber da der Deutsche sich gerne mit den schriftlichen Erzeugnissen und der Denkweise fremder Völker bekannt macht, so wird er auch solche Anfange negerischen Schriftlebens genießbar und erfreulich finden. (p. 107)
  3. This must have been Tevo, a name which is still remembered among the Mawu today. People say he was the first to welcome whites to the village.

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